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Glaubenssätze auflösen

Wie Glaubenssätze uns in eingefahrenen Bahnen halten

Viele unserer Gedanken wirken auf den ersten Blick wie Tatsachen. „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss es allen recht machen“ oder „Ich habe das nicht verdient“ – innere Überzeugungen wie diese spuken uns ständig im Kopf herum. Doch nur weil wir etwas denken, muss es noch lange nicht wahr sein. Vielmehr handelt es sich dabei um sogenannte „Glaubenssätze“: tief verankerte Denkmuster, die unser Selbstbild prägen und unbewusst beeinflussen, wie wir unser Leben erleben.

Der Ursprung negativer Glaubenssätze

Viele unserer Glaubenssätze entstehen bereits in der frühen Kindheit. Als Kinder übernehmen wir die Überzeugungen, Haltungen und Einstellungen unserer Eltern und anderer wichtiger Bezugspersonen meist ungefiltert.

Gleichzeitig prägen uns unsere eigenen Erfahrungen: Werden wir zum Beispiel häufig kritisiert, abgelehnt oder nur für Leistung gelobt, ziehen wir daraus unbewusst Schlüsse über uns selbst – etwa „Ich bin nicht richtig“ oder „Ich muss etwas leisten, um geliebt zu werden“. Wiederholen sich diese Erlebnisse über längere Zeit, verfestigen sie sich zu tief verankerten Überzeugungen.

Wir sehen die Welt durch eine Brille

Auch als Erwachsene nehmen diese alten Erfahrungen nach wie vor Einfluss auf unser Leben. Sie lassen uns die Welt wie durch eine gefärbte Brille betrachten, die unsere Sicht trübt. Das liegt daran, wie unser Gehirn arbeitet:

  • Erstens selektiert es unentwegt alle Informationen, die es wahrnimmt, und macht es sich dabei leicht: Es stützt sich vor allem auf das, was es schon kennt. Sprich: auf unsere Erlebnisse in der Kindheit und die daraus gewonnenen Überzeugungen. Andere Informationen blendet es einfach aus. Unsere Sicht ist also eingeschränkt. Im Klartext: Wir sehen nur das, was wir sowieso erwarten.
  • Darüber hinaus bewertet und interpretiert unser Denkapparat die eingehenden Daten und legt als Maßstab unsere alten Erfahrungen an. Dabei verfälscht es die Informationen womöglich und deutet Inhalte in Situationen hinein, die nicht der Realität entsprechen, sondern unseren eigenen Erwartungen und Überzeugungen.

Warum sich alles wiederholt

Angenommen wir sind auf Jobsuche und machen uns große Sorgen, ob wir dabei erfolgreich sein werden. Denn insgeheim sind wir davon überzeugt, „nicht gut genug“ zu sein. Deshalb lassen wir uns von ersten Absagen schnell entmutigen. Und statt uns voller Selbstvertrauen und Zuversicht weiter zu bewerben, legen wir unsere Pläne vorerst auf Eis. Chancen, die sich vielleicht auftun, übersehen wir. Auf diese Weise beweisen wir uns immer wieder aufs Neue, was wir sowieso erwarten.

Dabei ist das Prinzip immer gleich: Wir legen alles, was uns begegnet, gemäß unseren Erwartungen und Überzeugungen aus – und handeln danach. Solange wir also unsere Brille tragen, treffen wir auf wundersame Weise ständig auf ähnliche Menschen und bekannte Situationen, die unsere Überzeugungen zu bewahrheiten scheinen.

Unser Selbstbild ist eine Täuschung

Das eigentliche Problem besteht darin, dass wir uns unbewusst mit unseren Glaubenssätzen identifizieren. Das heißt: Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass unser Selbstbild der Wahrheit entspricht. Dass wir also tatsächlich so sind, wie wir zu sein glauben. Wir zweifeln keine Sekunde daran.

Kein Wunder, denn da die Identifikation unbewusst ist, wissen wir nicht einmal, dass wir einem trügerischen Selbstbild aufsitzen. Unbewusst meinen wir zum Beispiel, wir sind unzulänglich oder wir sind nicht liebenswert. Statt zu erkennen, dass wir das nur von uns denken und uns unzulänglich oder nicht liebenswert fühlen. Beides sind keine Aspekte unseres wahren Wesens, es handelt sich lediglich um Gedanken und Gefühle.

Glaubenssaetze aufloesen Angelika Holdau Heilpraktikerin fuer Psychotherapie Muenchen

Wie wir Glaubenssätze auflösen können

Allerdings lösen sich negative Glaubenssätze nicht einfach dadurch auf, dass wir versuchen, sie durch positive Gedanken zu ersetzen. Entscheidend ist vielmehr, die Identifikation mit ihnen loszulassen. Dabei hilft der innere Beobachter.

Diese Instanz gibt es in jedem von uns. Sie ist dazu in der Lage, alles, was sich in unserem Inneren aktuell abspielt, aus einer gewissen Distanz zu betrachten und unsere Gedanken und Gefühle von einer höheren Warte aus wahrzunehmen.

Der innere Beobachter nimmt dabei eine neutrale Position ein. Er hat ein waches Auge auf das, was in uns vorgeht, und stellt ganz wertfrei fest: »Okay, das denke ich also gerade. Wie interessant! Das ist ein alter Glaubenssatz – und nicht die Wahrheit.«

Um die Perspektive des Beobachters einzunehmen, reicht es, sich unseren momentanen Gedanken und Gefühlen bewusst zuzuwenden. Besonders interessant sind die Gedanken, die wir nur allzu gut kennen und die sich wie eine Litanei ständig wiederholen: unsere Glaubenssätze und Überzeugungen. Wichtig dabei ist, dass wir unsere Gedanken und Gefühle nicht bewerten, sondern einfach nur beobachten. Ohne sie mit dem Verstand analysieren, interpretieren oder begreifen zu wollen.

Während wir zuhören oder fühlen, werden wir vielleicht bemerken, wie Ruhe und Stille in uns einkehren. Und wir können hinter unseren Gedanken und Gefühlen eine tiefere Wahrheit spüren. In diesem Zustand von Bewusstsein kommen wir in Kontakt mit unserem wahren Selbst.Dann können wir in uns klar erkennen: »Da ist die Stimme, und hier bin ich.«

Schritte in die Freiheit

Sind uns unsere Gedanken und Gefühle erst einmal bewusst, können wir sie auch reflektieren. Aus der Sicht unseres inneren Beobachters können wir besser verstehen, was uns veranlasst, in bestimmten Situationen ein bekanntes Verhaltensmuster abzuspulen und etwa mit Angriff, Verteidigung, Rückzug oder Schuldgefühlen zu reagieren. Wir begreifen auch, welche Überlebensstrategie dahintersteckt.

Mit der Zeit wird es uns dann immer leichter fallen, uns von unserem falschen Selbstbild zu lösen. Sobald wir unsere Brille absetzen, können uns unsere Gedanken nicht länger täuschen und verlieren ihre Macht über uns. Ihre Bedeutung lässt nach, weil unser Selbstgefühl nicht mehr von ihnen abhängt und wir nicht mehr mit ihnen identifiziert sind. Und da unser Gehirn ja zeitlebens veränderbar ist, können wir mit jeder neuen Erfahrung, die wir machen, neue neuronale Verknüpfungen schaffen und uns immer weiterentwickeln.

Kostenloses Erstgespräch

Kennst du das von dir: feste Überzeugungen, mit denen du dich einschränkst und blockierst? Wenn du dir Unterstützung wünschst, bist du herzlich eingeladen, ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch (15 Minuten) zu vereinbaren. Gemeinsam schauen wir, was dich aktuell belastet und wie ich dich therapeutisch begleiten kann.

Angelika Holdau Traumatherapeutin NARM Muenchen

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