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Fragen & Antworten

Viele Menschen tragen Erfahrungen in sich, die sie bis heute belasten – oft ohne genau benennen zu können, warum bestimmte Gefühle, Reaktionen oder Beziehungsmuster immer wieder auftauchen. Auf dieser Seite findest du Antworten auf häufige Fragen rund um die Themen Trauma, Stress und Therapie.

Die Informationen sollen dir dabei helfen, eine erste Orientierung zu finden und Zusammenhänge besser zu verstehen – vielleicht auch dabei, dein eigenes Erleben besser einordnen zu können.

Was versteht man unter „Trauma“?

Ein Trauma ist ein Ereignis, das wir subjektiv als extrem bedrohlich erleben und für das wir keine adäquaten Bewältigungsstrategien haben, weil das Ereignis – gemäß Somatic Experiencing (SE)® – zu viel für uns ist oder zu schnell oder zu plötzlich passiert. Dabei muss nicht jede bedrohliche Situation oder jede seelische Verletzung zwangsläufig zu einem Trauma führen. Ausschlaggebend dafür ist, wie wir die Situation erleben und damit umgehen können.

Welche Traumata gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Trauma – je nachdem, wie sie entstehen und wann sie passieren. Findest du dich in einer dieser Beschreibungen wieder?

  • Bei dem Begriff „Trauma“ denkt man vielleicht zuerst an tiefgreifende Erlebnisse wie einen Unfall, einen Angriff oder eine Naturkatastrophe. Die Reaktion auf solche zeitlich klar abgegrenzten Ereignisse, die in sich abgeschlossen sind, bezeichnet man als Schocktrauma. Aber auch weniger drastische Erlebnisse wie eine Operation, ein Umzug oder eine unerwartete Kündigung können ein Schocktrauma auslösen.
  • Darüber hinaus gibt es auch seelische Verletzungen, die wir als Kinder als sehr bedrohlich erleben und sich über einen längeren Zeitraum hinweg erstrecken, zum Beispiel die Erfahrung von mangelnder Zuwendung. Bei diesen sogenannten Bindungstraumata ist die Beziehung zu den Eltern und anderen engen Bezugspersonen ein entscheidender Faktor.
  • Ein Entwicklungstrauma ist ein Schocktrauma, das wir vor, während oder nach der Geburt, im Kindes- oder Jugendalter erfahren, in dem unsere Bezugspersonen eine wichtige Rolle spielen und das Auswirkungen auf die weitere Entwicklung hat. Ein Beispiel dafür ist etwa eine traumatische Geburt oder ein früher Krankenhausaufenthalt.

Was passiert bei einem Trauma im Körper?

Ob Verkehrsunfall oder Vernachlässigung in der Kindheit – kommen wir in eine (subjektive) Gefahrensituation, hat unser Körper drei Notfallprogramme zur Auswahl:

  • Kampf
  • Flucht
  • Erstarrung

Sind Kampf oder Flucht aussichtslos oder nicht möglich, verfällt der Körper in Erstarrung, ähnlich dem Totstellreflex bei Tieren. Diese Einfrierreaktion ist typisch für Traumata. Kann sich die Überlebensenergie, die der Körper mobilisiert, später nicht entladen, bleibt sie als Erregung im Nervensystem gebunden. Sie signalisiert dem Körper weiterhin Gefahr und Alarmbereitschaft. Deshalb bleiben wir innerlich in der Gefahrensituation gefangen und verharren im Alarmzustand.

Da diese Reaktion vom Stammhirn und vom autonomen Nervensystem gesteuert wird, hat unser Verstand darauf also keinen willentlichen Einfluss. Bestimmte Ereignisse, Wörter, Bilder, Geräusche, Gerüche oder dergleichen können uns an ein traumatisches Erlebnis erinnern und körperliche Symptome, starke Emotionen oder kindliche Überlebensprogramme in uns triggern.

Wie unterscheiden sich Trauma und Neurose?

In der Abgrenzung zum Trauma, das aufgrund von traumatischen Erfahrungen in der Kindheit entsteht, ist eine Neurose die Reaktion auf schwierige Erfahrungen. Je besser die Erfahrungen zu bewältigen sind und je später sie erfolgen, desto weniger Symptome zeigen sich. Die Übergänge zwischen Neurose und Trauma sind fließend.

Was ist die NARM™-Traumatherapie?

Die NARM™-Traumatherapie (Neuroaffektives Beziehungsmodell) ist ein moderner, tiefenpsychologisch und neurowissenschaftlich fundierter Ansatz. Sie richtet sich insbesondere an Menschen mit Bindungs- und Entwicklungstraumata.

Im Zentrum steht das offene Erforschen von Mustern, die sich aus frühen Beziehungserfahrungen entwickelt haben. In der Kindheit waren diese Muster sinnvolle Strategien, um sich an die Bedingungen anzupassen, unter denen wir aufgewachsen sind. Als Erwachsene behindern uns diese Muster aber zum Beispiel dabei, glückliche und erfüllende Beziehungen zu führen und uns selbst zu entfalten.

Ziel der NARM™-Traumatherapie ist es, einschränkende Muster zu lösen, wieder in lebendige Verbindung zu sich und anderen zu kommen und das eigene volle Potenzial zu nutzen.

Woran erkenne ich, ob ich von einem Bindungs- oder Entwicklungstrauma betroffen bin?

Bindungs- oder Entwicklungstraumata wirken sich nicht nur darauf aus, wie wir mit uns selbst und anderen in Beziehung treten. Sie haben auch tiefgreifenden Einfluss auf unser Selbstbild, unsere Gefühle und unser Verhalten. Typische Hinweise können zum Beispiel sein: ein dauerhaft erhöhter Stresslevel, Selbstzweifel, toxische Scham- und Schuldgefühle, erhöhte Leistungsbereitschaft, Überanpassung oder die Angst, „nicht gut genug“ oder „falsch“ zu sein. Auch wiederkehrende Probleme in Beruf oder in Beziehungen können Anzeichen für ein Trauma sein. Viele Betroffene leiden auch unter psychosomatischen Beschwerden.

Für wen ist die NARM™-Traumatherapie geeignet?

Die NARM™-Traumatherapie (Neuroaffektives Beziehungsmodell) wurde von Dr. Laurence Heller entwickelt und richtet sich an Menschen, die unter den langfristigen Folgen eines Bindungs- oder Entwicklungstraumas leiden. Ein solches Trauma kann sich auf vielfältige Weise äußern, zum Beispiel durch ständige Selbstkritik, geringen Selbstwert, hohe Erwartungen an sich selbst, Überanpassung, Rückzugstendenzen, das Gefühl, „nicht liebenswert“, „zu viel“ oder „nicht richtig“ zu sein, Angst vor Nähe oder Verlust, hohen Performance-Druck oder Probleme in Beziehungen.

Im NARM™-Ansatz werden diese Symptome nicht als Störungen verstanden, sondern als sinnvolle Antworten auf frühe Belastungen. Ziel der NARM™-Traumatherapie ist es daher nicht, dich zu verändern, sondern dich dabei zu unterstützen, wieder mit deinem authentischen Selbst in Kontakt zu kommen.

Wie läuft eine NARM™-Sitzung ab?

In den Sitzungen orientieren wir uns an dem, was dich im Moment beschäftigt, und erforschen in einem achtsamen, sicheren Rahmen, welche Überlebensmuster und Identifikationen dein Erleben prägen. Dabei ist alles eingeladen, was in dir auftaucht. Es geht nicht darum, deine gesamte Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern zu verstehen, was dich heute einschränkt. Die ressourcenorientierte Arbeitsweise fördert gleichzeitig die „erwachsenen“ Anteile in dir, die dein Wachstum unterstützen. So können sich verdrängte Anteile integrieren und alte Schutzmechanismen behutsam lösen.

Muss ich meine gesamte Kindheit aufarbeiten?

Nein, das ist nicht notwendig. Im NARM™-Ansatz geht es nicht darum, deine gesamte Kindheit noch einmal zu durchleben. Stattdessen liegt der Fokus darauf, was sich heute zeigt und dich aktuell einschränkt.

Was ist Somatic Experiencing (SE)®?

Somatic Experiencing (SE)® ist eine körperorientierte Methode zur Verarbeitung von Schocktraumata. Sie wurde von Dr. Peter A. Levine entwickelt und basiert auf der Erkenntnis, dass freigesetzte Überlebensenergie im Körper gebunden bleibt, wenn Kampf- oder Fluchtimpulse nicht abgeschlossen werden können. Ziel ist es, diese Stressenergie behutsam zu lösen. Dabei wird sehr achtsam und in kleinen Schritten gearbeitet. So kann sich das Nervensystem wieder regulieren und stabilisieren.

Woran erkenne ich ein Schocktrauma?

Ein Schocktrauma entsteht durch ein plötzliches, überwältigendes Ereignis wie einen Unfall oder einen Verlust. Typische Symptome sind zum Beispiel körperliche Anspannung, Nervosität, erhöhte Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, emotionale Taubheit, Flashbacks, Ängste oder Schlafstörungen. Manche Betroffene haben auch das Gefühl, „neben sich“ zu stehen oder wie auf „Autopilot“ zu laufen. Diese Reaktionen zeigen, dass das Nervensystem noch nicht zur Ruhe gekommen ist.

Was ist das Anti-Stress-Coaching?

Das Anti-Stress-Coaching unterstützt dich dabei, besser mit Belastungen umzugehen und herausfordernde Situationen leichter zu meistern. Im Coaching wende ich achtsamkeits-orientierte Methoden an, die sich – wie wissenschaftliche Studien zeigen – positiv auf Körper und Psyche auswirken und die Folgen von Stress lindern. Gemeinsam finden wir heraus, was deine individuellen Stressauslöser sind und wie du sie reduzieren und besser handeln kannst. Oft sind es nicht nur äußere Faktoren, sondern auch innere Muster. Ziel ist es, mehr Gelassenheit, Stabilität und innere Freiheit im Alltag zu finden.

Was sind typische Anzeichen für Stress?

Stress kann sich sowohl körperlich als auch psychisch äußern. Häufige Symptome sind zum Beispiel Schlafprobleme, Muskelverspannungen oder innere Unruhe. Auch Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme oder kreisende Gedanken können auftreten. Bei länger anhaltendem Stress können sich diese Beschwerden verstärken. Es ist wichtig, die Signale des Körpers frühzeitig wahrzunehmen.

Was ist ein Burn-on?

Burn-on beschreibt einen Zustand chronischer Überlastung, bei dem Menschen trotz Erschöpfung weiter funktionieren. Nach außen wirken sie oft stabil, während innerlich große Erschöpfung herrscht. Betroffene fühlen sich häufig leer und antriebslos und empfinden wenig Freude bei dem, was sie tun. Im Gegensatz zum Burn-out kommt es nicht zum Zusammenbruch, sondern zu einem anhaltenden „Weiterlaufen“. Dieser Zustand kann langfristig sehr belastend sein.

Was bewirkt Achtsamkeit?

Achtsamkeit hilft dir, wieder mehr bei dir selbst anzukommen – im gegenwärtigen Moment, im eigenen Körper und in deinem inneren Erleben. Gerade in stressigen Lebensphasen laufen wir oft im „Funktionsmodus“ und verlieren den Kontakt zu unseren Gefühlen, Bedürfnissen und Grenzen. Achtsamkeit kann dich dabei unterstützen, diesen Automatismus zu unterbrechen und bewusster wahrzunehmen, was gerade in dir vorgeht. Dadurch wird es möglich, gewohnte Reaktionsmuster, Stressauslöser und innere Anspannung früher zu erkennen und anders damit umzugehen.

Regelmäßige Achtsamkeitspraxis wirkt beruhigend auf das Nervensystem, fördert innere Stabilität und stärkt den Kontakt zu dir selbst. Gleichzeitig entwickelt sich oft mehr Selbstmitgefühl, Gelassenheit und innere Freiheit. Statt nur zu funktionieren, kannst du wieder klarer wahrnehmen, was dir guttut, dein Leben bewusst gestalten und dich selbst als aktiver und selbstwirksamer erleben.

Angelika Holdau

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