Traumatherapie mit NARM™ München
Traumatherapie mit dem Neuroaffektiven Beziehungsmodell (NARM)™ von Dr. Lawrence Heller
Manchmal spüren wir, dass etwas in uns nicht zur Ruhe kommt. Wir zweifeln an uns selbst, wollen es anderen immer recht machen oder funktionieren einfach weiter – ohne wirklich mit uns verbunden zu sein. Beziehungen fühlen sich vielleicht anstrengend oder unsicher an.
Oft liegen die Wurzeln dafür nicht im Hier und Jetzt, sondern in frühen Erfahrungen, in denen wir uns von unseren Eltern und anderen engen Bezugspersonen nicht ausreichend gesehen, gehalten oder geliebt gefühlt haben.
Was versteht man unter Bindungstrauma und Entwicklungstrauma?
Wenn wir solche Erfahrungen als subjektiv bedrohlich erlebt haben und keine angemessenen Bewältigungsstrategien dafür hatten, können sie sich traumatisierend auswirken. Sie verankern sich tief in unserem Nervensystem, beeinflussen unsere Beziehungen und prägen unser Selbstbild, mit dem wir uns identifizieren.
Dabei unterscheidet man verschiedene Formen von Trauma – je nachdem, wie sie entstehen und wann sie passieren.
- Ein Bindungstrauma entsteht, wenn ein Kind nicht das bekommt, was es für eine gesunde Entwicklung braucht, und wichtige Bedürfnisse grundsätzlich oder über einen längeren Zeitraum nicht erfüllt werden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Kind in einem sehr strengen, gefühlskalten oder leistungsorientierten Elternhaus aufwächst, seine Grenzen wiederholt überschritten werden oder es vernachlässigt, direkt oder indirekt herabgesetzt, gedemütigt oder abgelehnt wird.
- Ein Entwicklungstrauma ist ein Schocktrauma, also ein zeitlich begrenztes, einschneidendes Ereignis vor, während oder nach der Geburt, im Kindes- oder Jugendalter, das Auswirkungen auf die weitere Entwicklung hat. Ein Beispiel dafür ist etwa eine traumatische Geburt oder ein früher Krankenhausaufenthalt.
Im NARM™-Ansatz werden die Begriffe Bindungs- und Entwicklungstrauma weitgehend synonym verwendet, da sowohl die Entstehung als auch die therapeutische Herangehensweise sehr ähnlich sind. Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Wie prägen frühe Beziehungserfahrungen das heutige Erleben?
Der NARM™-Ansatz
Das Neuroaffektive Beziehungsmodell (NARM)™, das von dem amerikanischen Psychologen Dr. Lawrence Heller entwickelt wurde, ist ein moderner, tiefgehender und neurowissenschaftlich fundierter Therapieansatz, der sich besonders für die Behandlung von Bindungs- und Entwicklungstraumata eignet. Er zielt besonders darauf ab, alte Überlebensstrategien und Identifikationen achtsam zu erkennen und eine neue lebendige Verbindung zu sich selbst zu entwickeln.
Für wen ist die NARM™-Traumatherapie geeignet?
Die NARM™-Traumatherapie ist zum Beispiel für dich geeignet, wenn
- dein Nervensystem oft in Alarmbereitschaft ist
- du Probleme in Beziehungen hast
- du dazu neigst, dich anzupassen
- es dir schwerfällt, Grenzen zu setzen
- du dich nicht geliebt fühlst
- du dich ständig selbst kritisierst und klein machst
- du dich oft leer oder von dir selbst abgeschnitten fühlst
- du das Gefühl hast, „nicht gut genug“ oder „falsch“ zu sein
- du dir für alles die Schuld gibst
- du Angst hast, „zu viel“ zu sein
- du dich immer wieder in den gleichen Mustern gefangen fühlst.
Aus Sicht des NARM™-Ansatzes sind diese Symptome keine Störungen, sondern sinnvolle Antworten auf frühere Belastungen. In der NARM™-Traumatherapie geht es also nicht darum, dich selbst zu optimieren oder zu verändern. Im Gegenteil: Sie unterstützt dich dabei, wieder zu deinem wahren Selbst zu finden.
Wie entsteht ein Bindungs- oder Entwicklungstrauma?
Da wir als Kinder von unseren Eltern körperlich und emotional abhängig sind, tun wir alles – wirklich alles – dafür, um die Bindungsbeziehung zu ihnen aufrechtzuerhalten. Denn ohne diese Beziehung können wir nicht überleben.
Wir unterdrücken unsere eigenen Impulse und Bedürfnisse, passen uns den Gegebenheiten an und entwickeln Bewältigungsstrategien, die womöglich bis ins Erwachsenenalter weiter in uns wirken: Wir halten uns beispielsweise zurück, erfüllen die Erwartungen anderer, wollen ständig etwas beweisen oder übernehmen Rollen, die uns eigentlich nicht entsprechen.
Letztlich schneiden wir auf diese Weise bestimmte Anteile von uns ab, schränken uns in unserer Lebendigkeit ein und entfalten nicht unser volles Potenzial. Solange wir an unseren Überlebensstrategien, Identifikationen, Denk- und Verhaltensmustern festhalten, bleiben wir klein, hilflos und unerfüllt.
„Die Erfahrung, in Kontakt mit uns selbst und anderen zu sein, stillt die Sehnsucht, uns durch und durch lebendig zu fühlen.“
– Dr. Lawrence Heller, Begründer von NARM™
Was ist das Besondere am NARM™-Ansatz?
Genau an dieser Stelle setzt die NARM™-Traumatherapie an: an der Bindungsbeziehung zu unseren Eltern oder nahen Bezugspersonen. Als Kind hat uns die Angst, die Bindungsbeziehung zu verlieren, dazu veranlasst, uns anzupassen und bestimmte Überlebensstrategien zu entwickeln.
Als Erwachsene können wir beginnen, diese Angst bewusst zu fühlen und zu halten – und uns Schritt für Schritt von ihr zu lösen. Denn der entscheidende Unterschied heute ist: Wir sind nicht mehr von unseren Eltern und Bezugspersonen abhängig. So entsteht Raum für neue Erfahrungen: mehr Verbindung zu uns und anderen, mehr Lebendigkeit und mehr innere Freiheit.
Wie äußern sich die Folgen von Traumata im Alltag?
Die alten Bewältigungsstrategien sollten als Kind unser Überleben sichern und uns vor schmerzlichen Erfahrungen bewahren. Heute als Erwachsene behindern sie uns allerdings eher und stehen uns dabei im Weg, ein glückliches und selbstbestimmtes Leben zu führen, das uns wirklich entspricht. Die Folgen von Bindungs- und Entwicklungstraumata können sich im Alltag zum Beispiel so zeigen:
- Probleme im Job und/oder mit Vorgesetzten
- Schwierigkeiten in Partnerschaft und Familie
- Selbstzweifel
- geringer Selbstwert
- das Gefühl, „nicht du selbst“ zu sein
- Abgeschnittensein von den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen
- Ängste, zum Beispiel vor Nähe oder Verlust
- Niedergeschlagenheit und depressive Gefühle
- Scham- und Schuldgefühle
- Gefühle von Resignation oder Hilflosigkeit
- innere Leere
- psychosomatische Beschwerden
- Anspannung – chronischer Stress – Burn-out – Burn-on
Wie läuft eine Sitzung mit NARM™ ab?
In den Sitzungen orientieren wir uns an dem, was dich aktuell bewegt. In einem achtsamen und sicheren Raum begleite ich dich auf eine innere Forschungsreise:
- Ich unterstütze dich dabei, Überlebensmuster und Identifikationen, die dein Erleben prägen, behutsam ins Bewusstsein zu holen. Was dich festhält, hatte mal eine sinnvolle Funktion. Und diese Funktion besser zu verstehen, ist der erste Schritt, dich davon zu lösen.
- Dabei richten wir die Aufmerksamkeit gemeinsam auf das, was sich im Moment zeigt. Ich lade dich dazu ein, neugierig und offen wahrzunehmen, was in dir auftaucht. Ob Gedanken, Überzeugungen, Gefühle, Impulse oder Bedürfnisse – alles ist willkommen. Im Laufe dieses Prozesses kommst du dir selbst immer näher.
- Viele meiner Klient:innen sind zunächst überrascht. Denn in den NARM™-Sitzungen geht es nicht darum, deine gesamte Kindheit aufzuarbeiten und in alten Wunden zu stochern, sondern darum anzuschauen, was dich heute blockiert und einschränkt.
- Die ressourcenorientierte Arbeitsweise fördert gleichzeitig die „erwachsenen“ Anteile in dir, die dein Wachstum unterstützen und lebendig und kraftvoll sind.
Auf diese Weise ist es möglich, verdrängte Anteile sanft zu integrieren. Du kommst wieder in Kontakt mit deinem wahren Selbst, und alte Schutzstrategien dürfen sich einfach auflösen. Diese Veränderungen in deinem Inneren werden sich auch im Außen bemerkbar machen und sich positiv auf deine Beziehungen, dein Berufsleben und deine Gesundheit auswirken.
Traumatherapie mit Somatic Experiencing (SE)® von Dr. Peter A. Levine
Manche Erfahrungen wie ein Unfall, ein Angriff oder eine unerwartete Kündigung wirken noch lange in uns nach – als leise Anspannung, innere Unruhe oder das Gefühl, irgendwie neben sich zu stehen. Die Reaktion auf solche zeitlich klar abgegrenzten Ereignisse, die in sich abgeschlossen sind, bezeichnet man als Schocktrauma.
Charakteristisch dafür ist, dass der Organismus in einen Zustand von Übererregung (Kampf, Flucht oder Erstarrung) gerät. Wenn diese Reaktion nicht vollständig abgeschlossen werden kann, bleibt die Aktivierung im Nervensystem „stecken“. Typische Symptome für ein Schocktrauma können zum Beispiel sein:
- Nervosität
- Schlafstörungen oder Alpträume
- Flashbacks
- körperliche Anspannung
- erhöhte Schreckhaftigkeit
- übermäßige Wachsamkeit
- Ängste
- emotionale Taubheit
- psychosomatische Beschwerden.
Somatic Experiencing (SE)® ist eine körper- und ressourcenorientierte Methode der Traumatherapie, die Dr. Peter A. Levine eigens zur Behandlung von Schocktraumata entwickelt hat. Dabei entsteht ein geschützter Raum, in dem das Nervensystem zur Ruhe kommen darf.
Im Mittelpunkt steht nicht das wiederholte Erzählen des Erlebten. Vielmehr leite ich dich in kleinen, achtsamen Schritten dazu an, die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was im Zusammenhang mit dem Ereignis gerade in dir auftaucht, zum Beispiel Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle oder Impulse.
Ziel dabei ist es, im Nervensystem gebundene Überlebensenergie behutsam zu lösen und unvollständige Kampf-, Flucht- oder Schutzreaktionen nachträglich zu Ende zu führen. So kann sich dein Nervensystem wieder selbst regulieren, und du findest zu innerer Sicherheit, Stabilität und Balance zurück.
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